Weitere Zunahme der Bewilligungen für Nachtsperrzeit-Flüge

Der Zürcher Fluglärmindex ist, wie erwartet auch 2017 überschritten worden: Um insgesamt 2,2 Prozent. Addiert über die letzten Jahre ergibt das eine massive Überschreitung des Richtwerts von 47’000 lärmbelästigten Personen. Dies liegt nicht nur am Bevölkerungswachstum in der Flughafenregion. Der grössere Anteil, nämlich 1,3 Prozent der Mehrbelastung, ist auf den Anstieg der Flugbewegungen zurückzuführen – vor allem in der Nacht. Denn immer mehr Flugzeuge landen und starten in der Nacht, während die Flugbewegungen am Tag praktisch konstant bleiben.

Die unkontrolliert lockere Handhabung der Ausnahmebewilligungen macht das möglich!

Als besonders störend stuft der BFO die Flugbewegungen während der Nachtsperrzeit zwischen 23 und 24 Uhr ein. Diese sind erneut angestiegen, nämlich um 5,5 Prozent von 2’486 auf 2’623 Flugbewegungen. Aus dem Bericht geht zudem hervor, dass die Flughafen Zürich AG deutlich mehr Bewilligungen für Flugbewegungen während der Nachtsperrzeit zwischen 23.30 und 6.00 Uhr erteilt hat. Waren es 2016 noch 188 Bewilligungen sind es 2017 bereits deren 271 für Grossflugzeuge. Schaut man genauer hin und rechnet auch die Kleinflugzeuge dazu, sind es sogar 292 Flüge. Beanstandet hat das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) lediglich 5 Flüge aufgrund eines möglichen Verstosses. Die Nachtruhe wird durch die Fluglobby ausgehebelt – und das BAZL goutiert dies noch. Die Bevölkerung wird der Gier und dem Grössenwahn der Fluglobby gewissenlos geopfert!
Überfällig ist unsere Forderung: Die Vergabe der Ausnahmebewilligungen muss weg von der FZAG an eine neutrale, nicht der Fluglobby hörigen Stelle verschoben werden.

Dringende Massnahmen sind endlich durchzusetzen, damit die Nachtflugsperre von der Flughafen Zürich AG und den Fluggesellschaften eingehalten wird.
Eine davon ist eine massive und lenkungswirksame Erhöhung der Lärmgebühren für Verspätungen nach 23 Uhr.
Wir bemängeln schon lange, dass zu viele Starts und Landungen vor 23 Uhr auf dem Flugplan stehen und Verspätungen somit vorprogrammiert sind.<
Mit dem Missbrauch der Ausnahmebewilligungen wird Lärmschutz und Nachtruhe permanent und immer mehr ausgehöhlt!

Auf kantonaler Ebene hat der bürgerlich dominierte Kantonsrat (FDP, SVP, …) eine Petition gegen die Ruhe- und Gesundheitsbedürfnisse der Bevölkerung eingereicht (Link KR). Der Vorstoss verlangt, dass der ZFI angepasst werde – dass noch mehr Personen belärmt werden dürfen.
Einseitige Fluglobbyinteressen dominieren, nicht Wirtschaftsinteressen – die Gesundheit der Bevölkerung hat weit hinter diesen schädlichen Partikularinteressen der Fluglobby anzustehen.
Erinnern wir uns: Der Regierungsrat (Rita Furrer) versprach 2006 beim Überschreiten des ZFI Massnahmen zugunsten der Bevölkerung zu treffen.
Geschehen ist nichts. Wir wurden vom Regierungsrat in dieser Beziehung schlicht belogen!
Im kommenden Frühjahr (24. März 2019?) werden Regierungs- und Kantonsrat neu bestellt. Die Gelegenheit, die Kandidatinnen und Kandidaten zu wählen, die kritisch der Fluglobby gegenüberstehen (s. Abstimmungsprotokoll Petition ZFI)!

BFO: Der Aufklärer, der die Fluglobby nervt

BÜRGERPROTEST FLUGLÄRM OST, 14.12.2018

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