Bundesrat bürgt für deutsche Airlines

In seiner heutigen Medienkonferenz hat der Bundesrat bekannt gegeben, dass er für die beiden deutschen Lufthansa-Tochtergesellschaften Swiss und Edelweiss mit maximal 1.275 Milliarden Franken bürgt. Diese Bürgschaft ist an Bedingungen geknüpft: Die vom Bund garantierten Mittel dürfen nur den schweizerischen Infrastrukturen dienen. Es dürfe keine Abflüsse an die Muttergesellschaft im Ausland geben. Künftig erwirtschaftete Mittel seien prioritär zur Rückzahlung der Liquiditätshilfen zu verwenden. Dividenden oder konzerninterne Transfers sind verboten, bis die Darlehen vollständig getilgt sind. Zudem sollen die Airlines als Absicherung eigene Aktien hinterlegen. Auf die Frage eines Journalisten, warum die Einhaltung von Klimazielen nicht thematisiert worden sei, antwortete Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga, dass die Klimapolitik in den Garantien kein Thema gewesen sei, weil es ausschliesslich darum gegangen sei, die Liquidität von Swiss und Edelweiss zu sichern. Um das Klima sei es dabei nicht gegangen. Die Klimaziele seien aber ein Bestandteil der Bundesratspolitik und es sei festgelegt worden, dass auch die Fluggesellschaften ihren Anteil leisten müssen, daran habe sich nichts geändert. Das Geschäft muss noch vom Parlament abgesegnet werden.

Helfen Sie uns, dieses absurde Geschäft zu verhindern und schreiben Sie unseren National- und Ständerät*innen, unser aller Steuergelder nicht kopflos aus dem Fenster zu werfen!

Brief:

Geschätzter Parlamentarierinnen

Ich bitte Sie dringendst, auch in dieser Krise meine Steuergelder nicht kopflos auszugeben! Ich bin sehr schockiert, dass der Schweizerische Bundesrat der deutschen Luftfahrtindustrie ohne ökologische Rahmenbedingungen eine Kreditlinie über 1,275 Milliarden Schweizer Franken gewähren will.

Die Schweiz braucht keinen subventionierten Umsteigeverkehr. Die wirtschaftliche Wichtigkeit des Flughafens wird unter anderem mit Zahlen belegt, indem Betriebe wie die Migros in Flughafennähe einberechnet werden. Die Swiss lieferte bisher 500 Millionen Franken im Jahr an ihre Besitzerin Lufthansa ab.

Swiss und Edelweiss sind deutsche Fluggesellschaften, die in ihrer kurzen Geschichte 5 Milliarden Franken Gewinn in der Schweiz gemacht und dem Mutterkonzern Lufthansa in Deutschland abgeliefert haben. Wieso sollen Schweizer Steuerzahler diesen deutschen Firmen Kreditsicherheit bieten?

Bitte lassen Sie es nicht zu, dass meine Steuergelder in eine unökologische Industrie verschwinden, die mit Billigstpreisen wirbt und mitverantwortlich für den Klimawandel ist, der uns zusätzlich Milliarden an Adaptionsmassnahmen zum Schutz unserer Bevölkerung kosten wird.

Vielen Dank und mit freundlichen Grüsse

%%Ihre Unterschrift%%

PS: Dieser Brief muss nicht ausgedruckt werden, er wird elektronisch übermittelt. Auch müssen Sie ***Ihre Unterschrift*** nicht mit Ihrem Namen ersetzen.

Teile diesen Beitrag:

Facebook
Twitter
LinkedIn
WhatsApp
Email

Ähnliche Beiträge

News

Klimafreundliches Reisen stärken statt noch mehr Flugverkehr

Der Flugverkehr wächst ungebremst. Dabei ist er schon heute mit rund einem Drittel für den grössten Anteil am Klimaeffekt der Schweiz verantwortlich. Gleichzeitig sind 🚆 Bahnreisen in Europa häufig teurer als Flugtickets oder es fehlen attraktive Angebote. Genau das will die Mobilitätsbon-Initiative ändern.

Mehr lesen »
News

🌱 Für Umwelt und Bevölkerung: Unterschreibe die Mobilitätsbon-Initiative

Mobilitätsbon-Initiative: Jetzt mit deiner Unterschrift helfen. Heute ist eine Zugfahrt oft teurer als ein Flug, obwohl der Flug die Umwelt viel stärker belastet. Der Flugverkehr wird nämlich indirekt durch Steuerbefreiungen subventioniert. Die Mobilitätsbon-Initiative will diese Ungleichbehandlung zwischen Zug und Flug korrigieren und faire Rahmenbedingungen für umweltfreundliches Reisen schaffen.

Mehr lesen »
Nachtruhe

FAIR in AIR warnt: Missbrauch der Verspätungsregelung am Flughafen Zürich

Die Einhaltung der vorgegebenen Betriebszeiten und der Lärmschutzgrenzwerte soll die Bedürfnisse von Bevölkerung und Flughafen in Einklang bringen. Dies ist allerdings akut gefährdet, warnt die Bevölkerungsorganisation FAIR in AIR. Der Flughafen Zürich will nämlich nun bis halb zwölf Uhr nachts Flüge starten und landen lassen.

Mehr lesen »
News

Klimafreundliches Reisen stärken statt noch mehr Flugverkehr

Der Flugverkehr wächst ungebremst. Dabei ist er schon heute mit rund einem Drittel für den grössten Anteil am Klimaeffekt der Schweiz verantwortlich. Gleichzeitig sind 🚆 Bahnreisen in Europa häufig teurer als Flugtickets oder es fehlen attraktive Angebote. Genau das will die Mobilitätsbon-Initiative ändern.

Mehr lesen »
News

🌱 Für Umwelt und Bevölkerung: Unterschreibe die Mobilitätsbon-Initiative

Mobilitätsbon-Initiative: Jetzt mit deiner Unterschrift helfen. Heute ist eine Zugfahrt oft teurer als ein Flug, obwohl der Flug die Umwelt viel stärker belastet. Der Flugverkehr wird nämlich indirekt durch Steuerbefreiungen subventioniert. Die Mobilitätsbon-Initiative will diese Ungleichbehandlung zwischen Zug und Flug korrigieren und faire Rahmenbedingungen für umweltfreundliches Reisen schaffen.

Mehr lesen »