Umwelt oder Luftverkehr? Flughafenausbau: Reichweite von 5 Millionen zum Abstimmungsthema

Soll der Flughafen Zürich ausgebaut werden oder nicht? Diese Frage wird aktuell heiss diskutiert und beschäftigt nicht nur die Politik, sondern auch die Bevölkerung. Die derzeit laufende Abstimmungskampagne wurde in wenigen Wochen bereits 5 Millionen Mal angeklickt und kommentiert. Ein weiterer Entscheid steht diese Woche im Kantonsrat an.

Über 5 Millionen Mal beschäftigten sich die Menschen im Kanton Zürich und der Region zum Thema Nein zum Pistenausbau in den ersten Monaten 2023, von Ende Januar bis Ende März. Das zeigt die Auswertung der Bevölkerungsinitiative FAIR in Air zur Kampagne ‘Nein zum Pistenausbau’. Sowohl Nein-Stimmen wie auch Ja-Stimmen setzen sich mit Verve mit dem Thema auseinander und kommentieren Social Media-Beiträge, schicken Emails weiter, tragen sich auf Unterstützenden-Listen ein oder lesen Medienberichte.

Kantonsrat: Abstimmung diese Woche

Auch politisch ist der Flughafenausbau heftig umstritten. Am Dienstag findet die Schlussabstimmung in der Kommission für Energie, Verkehr und Umwelt (KEVU) des Kantonsrats statt. Während Flughafenbefürworter einen Ausbau anstreben, verweisen die Nein-Stimmen darauf, dass der aktuelle, hochfrequentierte Flughafen mit rund 30 Millionen Passagieren den zukunftsfähigen Weg im Luftverkehr biete. Ein noch grösserer Flughafen mit Kapazitätserhöhungen, der zu mehr Umweltbelastung und Gesundheitsbelastung der Bevölkerung in allen Regionen von Zürich führe, sei dagegen aus der Zeit gefallen.

So spricht sich etwa die GLP Zürich in ihrem Positionspapier für ein Bewegungsplafond von 250’000 Flugbewegungen, maximal 320’000 aus und schreiben unter anderem: «(…) Pistenausbauten würden nur einer Kapazitätserhöhung dienen und mehr Lärm und Umwelt-Belastung für alle Regionen bringen.» Ja-Stimmen argumentieren dagegen, ein Ausbau des Luftverkehrs sei auch 2023 zukunftsweisend. 

Urs Dietschi, Vorstand Fair in Air

Teile diesen Beitrag:

Facebook
Twitter
LinkedIn
WhatsApp
Email

Ähnliche Beiträge

Bevölkerungsschutz

Betriebszeiten am Flughafen Zürich: Transparenz bei Nachtflügen erforderlich

Der Verein FAIR in AIR fordert Transparenz bei Nachtflügen und der Verspätungsstatistik am Flughafen Zürich. Eine Analyse der Flugbewegungen im Sommer 2026 zeigt eine erhebliche Abweichung zwischen dem regulären Betriebsende um 23:00 Uhr und den tatsächlichen Abflugzeiten. Entscheidend ist dabei nicht, wann ein Flug administrativ als gestartet gilt, sondern wann die Bevölkerung tatsächlich dem Fluglärm ausgesetzt ist. FAIR in AIR fordert deshalb die konsequente Einhaltung der geltenden Betriebszeiten, eine realistische Flugplanung und eine Berichterstattung, welche die gesamte Lärmbelastung nach 23:00 Uhr transparent ausweist.

Mehr lesen »
Bevölkerungsschutz

Nächtlicher Fluglärm kann tödlich sein

Keine Nacht ohne Fluglärm? Tagsüber immer mehr Starts und Landungen? Das ist nicht einfach ein persönlicher Störfaktor. Übermässiger Fluglärm beeinträchtigt die Gesundheit und verursacht unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das zeigen zahlreiche Studien und Berichte. Darum braucht es dringend das Engagement von FAIR in AIR – zusammen mit seinen Mitgliedern.

Mehr lesen »
Nachtruhe

Wie der Flughafen Zürich happige Bussen umgeht

Eine neue Auswertung zeigt: An keinem einzigen Tag der Sommermonate 2026 hat es der Flughafen Zürich (FZAG) geschafft, die vorgeschriebenen Betriebszeiten einzuhalten. Die Erhebung der über 300 Flugbewegungen nach 23 Uhr allein im Juli zeigt: Der Flughafen misst Verspätungen anders, als sie am Boden wahrgenommen werden – und hält mit dieser Trickserei seine offizielle Verspätungs-Statistik künstlich tief. Die Bevölkerungsorganisation FAIR in AIR fordert nun Konsequenzen, bevor der Ständerat über eine gesetzliche Verankerung der Betriebszeiten berät.

Mehr lesen »
Bevölkerungsschutz

Betriebszeiten am Flughafen Zürich: Transparenz bei Nachtflügen erforderlich

Der Verein FAIR in AIR fordert Transparenz bei Nachtflügen und der Verspätungsstatistik am Flughafen Zürich. Eine Analyse der Flugbewegungen im Sommer 2026 zeigt eine erhebliche Abweichung zwischen dem regulären Betriebsende um 23:00 Uhr und den tatsächlichen Abflugzeiten. Entscheidend ist dabei nicht, wann ein Flug administrativ als gestartet gilt, sondern wann die Bevölkerung tatsächlich dem Fluglärm ausgesetzt ist. FAIR in AIR fordert deshalb die konsequente Einhaltung der geltenden Betriebszeiten, eine realistische Flugplanung und eine Berichterstattung, welche die gesamte Lärmbelastung nach 23:00 Uhr transparent ausweist.

Mehr lesen »
Bevölkerungsschutz

Nächtlicher Fluglärm kann tödlich sein

Keine Nacht ohne Fluglärm? Tagsüber immer mehr Starts und Landungen? Das ist nicht einfach ein persönlicher Störfaktor. Übermässiger Fluglärm beeinträchtigt die Gesundheit und verursacht unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das zeigen zahlreiche Studien und Berichte. Darum braucht es dringend das Engagement von FAIR in AIR – zusammen mit seinen Mitgliedern.

Mehr lesen »