Gesundheit

Lärm macht nervös

Lärm macht krank. Menschen, die regelmässig Lärm ausgesetzt sind, reagieren mit Nervosität, Müdigkeit, Niedergeschlagenheit, Aggressivität und Bluthochdruck. Sie leiden häufiger unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sind weniger leistungsfähig. Bei Schulkindern wirkt sich Lärm negativ auf das Leseverständnis, das Langzeitgedächtnis sowie die Motivation aus. Wer nachts keinen ruhigen Ort zur Verfügung hat, wacht häufiger auf, was die Leistungsfähigkeit tagsüber beeinträchtigt.

Rund um den Flughafen leben über 65 000 Personen, die regelmässig starkem Lärm ausgesetzt sind. Und dies nicht nur tagsüber: Die siebenstündige Nachtruhe ist zu kurz, um ausreichend Schlaf zu ermöglichen, und wird zudem dauernd durch Ausnahmen und Verspätungsabbau verletzt.

Doch neben dem Lärm verursacht der Luftverkehr zahlreiche weitere Emissionen, die sich negativ auf die Gesundheit auswirken:

Stickstoff führt zu Ozonbildung

Stickoxide (NOₓ) entstehen bei der Verbrennung von Treibstoff bei hohen Temperaturen. Sie reizen die Atemwege und die Augen und schädigen die Schleimhäute.

Im Sommer kommt es zudem unter Sonneneinstrahlung zur Bildung von Ozon – einem Gas, das die Atemwege reizt. Es kann Reizhusten, Atemnot und Kopfschmerzen verursachen.

Feinstaub durchdringt Lunge

Im Umkreis von bis zu 18 Kilometern rund um Flughäfen wurden erhöhte Ultra-Feinstaubwerte gemessen. Flugzeug-Triebwerke sind die grössten Verursacher dieser extrem winzigen, gesundheitsschädlichen Partikel. Dabei handelt es sich um Teilchen, die lediglich einen Zehntausendstel Millimeter messen und somit noch bedeutend kleiner sind als gewöhnlicher Feinstaub (PM10 und PM2,5). Während Feinstaub in den oberen Bereich der Lunge gelangt, dringt Ultra-Feinstaub auch in die Lungenbläschen vor. Er kann direkt über den Riechnerv ins Gehirn gelangen, wo der die Blut-Hirnschranke durchdringt, oder über den Blutkreislauf zu den Organen. 

Besonders problematisch: Während es für Feinstaub mittlerweile Grenzwerte gibt, die in der Luftreinhalteverordnung von 2018 festgeschrieben sind, fehlen diese bis anhin für Ultra-Feinstaub. 

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