Staatshilfe “SWISS” – oder Hunter-Strategie zum zweiten…

Sehr geehrte Frau Bundespräsidentin,
sehr geehrte Damen und Herren Bundesrätinnen und Bundesräte

Anlässlich der Corona-Krise hat die SWISS staatliche Finanzmittel beantragt. Die Bürgerinitiative Fair in Air zweifelt aber, ob und wie stark die Fluglinie unterstützt werden soll. Denn ihr derzeitiges Geschäftsgebaren erinnert an die Hunter-Strategie der Swiss-Air, die vor knapp 20 Jahren schon einmal zum Desaster führte.
Und diese HUB Politik der SWISS verlangt einen sehr umfangreichen Zu- und Abtransport von diesen Umsteigern zu nicht kostendeckenden Preisen aus ganz Europa.

Als Tochtergesellschaft der deutschen Lufthansa bedient die SWISS ab ihrem Hub Zürich und dem Landesflughafen Genf weltweit über 100 Destinationen in rund 44 Ländern – davon 44 Destinationen ausserhalb Europas. Für die lokale Nachfrage aus der Schweiz ist das Streckennetz massiv zu gross dimensioniert.

Die Luftverkehrslobby bemühte sich im Parlament stark und erfolgreich, so dass die Umsteiger (ein Drittel der abfliegenden Passagiere ab Zürich) keine Flugticketabgabe entrichten müssen. Die Frage sei hier erlaubt: Wo bleibt da die Gerechtigkeit?

Anfang März 2020 eröffnete die SWISS zusätzlich zur bestehenden Destination Zürich-Tokyo auch noch eine Direktverbindung nach Osaka. Die beiden japanischen Städte sind nur etwa 400km entfernt. Die Strecke kann und können mit den guten Zugverbindungen in 1 3/4 Stunden bewältigt werden.

Die heutige Situation erinnert an jene vor knapp 20 Jahren: Ende September 2001 endete die überbordende Hunter-Strategie in einem Grounding der Swissair . Die Airline hatte 35 Langstrecken Fluggeräte in einem übergrossen Streckennetz im Einsatz (MD11 und A330-223).

Heute umfasst die SWISS Langstreckenflotte 36 Airbus & Boeing Fluggeräte (inkl. Edelweiss) mit einer noch höheren Beförderungskapazität – wiederum auf einem für unsere lokale Nachfrage überdimensionierten Streckennetz.

Wir fordern Sie deshalb auf, von einer finanziellen Unterstützung der SWISS abzusehen!

Zumindest sollten Sie bei einer Diskussion über Staatshilfen an die SWISS die folgenden Punkte berücksichtigen:

Klimawandel Steuern & Abgaben> eine Klimaabgabe (inkl. eingerechnet die
Strahlenwirksamkeit von Flugemissionen, welche die klimaschädliche Wirkung verstärken) PLUS eine Lenkungsabgabe auf allen Flugtickets!
Geschäftsmodell – Fokus> Fokus auf Geschäftsreisende und nicht wie heute 90% Freizeit-Passagiere!
Geschäftsmodell
Ausprägung Drehkreuz
> maximal 10% Umsteiger und nicht wie heute 33%!
Staatsvertrag mit
Deutschland
> Ein neuer – ausgewogener – Staatsvertrag, welcher
klar die Pflichten und Rechte der An- und Abflüge über deutschem Gebiet regelt!

Wir danken Ihnen für Ihre Weitsicht und verbleiben mit freundlichen Grüssen

Fritz Kauf
FAIR in AIR (FiA)
Kopie: – Finanzdelegation (FinDel-V)

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