Relative Ruhe am Flughafen – Swiss will Bundesgelder

Dass die Flugbranche durch die Massnahmen verschiedener Staaten, wegen des COVID-19-Virus, wirtschaftlich besonders stark getroffen wurde, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

Die Flugindustrie, sich seit Jahrzehnten einem gnadenlosen Preiskampf hingebend, zeigt, dass sie sich nie Gedanken um solche Szenarien machte. Das finanzielle Polster für solche Vorfälle fehlt bei den meisten Fluggesellschaften. Nun ist die Flugindustrie am Jammern – nachdem sie jahrelang gehätschelt (keine Abgaben, wie sie die andern Verkehrsträger kennen) wurde.

Auch die Swiss will Bundesgelder. Jene Swiss, die seit 2006 über 5 Milliarden Franken Gewinn an ihre Muttergesellschaft Lufthansa lieferte. Nun will die Swiss von den Steuerzahlenden nochmals Geld – denn ohne die Steuerzahlenden gäbe es die Swiss nicht!

Zu allem Überfluss gibt es Politiker, die vorschlagen, dass der Bund die Swiss kaufen soll oder sich zumindest beteiligen. Irgendwie haben diese Politiker die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Der Kauf oder eine Beteiligung an der Swiss ist so überflüssig wie das halten einer Hochseeflotte. Mit dieser hat der Bund bis heute rund 200 Millionen Franken im Meer versenkt.

In einer Zeit, wie der jetzigen sind wirtschaftliche Sofortmassnahmen für KMU und Selbstständige nötig.

Geht die Swiss pleite, so füllt halt eine andere Gesellschaft die Lücke.

Auch auf dem Flughafen Zürich herrscht relativ grosse Ruhe.

Die Lufthansa-Tochter Swiss fliegt noch mit halber Kraft. Alle anderen Fluggesellschaften haben ihren Betrieb reduzieren müssen.

Auf dem Flughafen sieht man, wohin Grössenwahn führt, wenn eine unerwartete Situation eintritt. In die Leere…

Plötzlich geht, was schon lange möglich ist: Geschäftsreisen werden durch Videokonferenzen ersetzen.

Da stellt sich die Frage: Wieso ging das nicht schon früher? Wie viel wurde „schnell“ irgendwohin geflogen, was auch mittels Telefon- oder Videokonferenz, schnell und günstiger, hätte erledigt werden können.

Es ist an der Zeit, dass der Bund die überrissenen Ausbauplänen der Flughafen-Verantwortlichen beerdigt. Keine unnötigen Pistenausbauten, die kaum der Sicherheit jedoch der Kapazitätserweiterung dienen. Auch der unnötige Businessflugplatz Dübendorf, die vierte Piste von Kloten muss gestoppt werden.

250’000 Bewegungen pro Jahr reichen für alle Bedürfnisse der Wirtschaft und der Bevölkerung, deren Gesundheit bei der Fluglobby nur in Worten vor kommt. Ihre Taten (bestehen auf der Betriebszeitverlängerung „Verspätungsabbau“) zeigen in ein anderes Bild.

Wünsche der FZAG-Verantwortlichen, in Zukunft 70 Bewegungen pro Stunde abhandeln zu dürfen – wo sie im Normalfall nicht einmal in der Lage sind die heutigen 66 Bewegungen zeitgerecht durchzuführen, gehören gestoppt.

Die widrigen Umstände helfen momentan den durch die Fluggesellschaften erbrachten CO2-Ausstoss von 21 % am gesamtschweizerischen CO2-Ausstoss zu vermindern – und für die vom Fluglärm geplagten Anwohnenden herrscht nun endlich mehr Ruhe. Ruhe, die gesetzlich vorgegeben ist – um die sich die Verantwortlichen Flughafen und Airlines foutieren („Verspätungsabbau“ / Bewegungen ausserhalb der Betriebszeiten).

Führen die derzeitigen Einschränkungen auf ein Überdenken des Bisherigen und führen gar zu einem Umdenken, so kann gar der Corona-Pandemie etwas Gutes abgewonnen werden.

17.03.2020

FAIR in AIR ist auch, nicht passende Planung zu überdenken

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