BUSINESS-JETS SIND EIN LUXUSSPIELZEUG

NZZ-Werbung für die vierte Piste in Dübendorf

Wie die NZZ richtig konstatiert, ist der Ruf der Privatfliegerei nicht der Beste. Der schlechte Ruf besteht unserer Ansicht nach zu Recht. Unsere Ansicht bekam quasi bundesrätlichen Segen: BR Cassis hat gerade bewiesen, dass Business-Flüge nichts mit Zeitmanagement und Verstand zu tun haben, wie uns das die NZZ in Bezug auf die Business-Fliegerei weiss machen will. Der Rechtfertigungsversuch Cassis’ für seinen Flug von Bern-Belp nach Kloten war sehr flach; geradezu lächerlich. Mit der Bahn dauert die Fahrt 70 Minuten – und rechnen wir grosszügig 15 Minuten Fussmarsch vom Bundeshaus zum Bahnhof Bern, so gibt’s 85 Minuten. Das schafft er nicht mit dem Business-Jet und der Anfahrt nach Bern-Belp samt Startvorbereitungen etc. BR Cassis’ oberschwacher Rechtfertigungsversuch dürfte für ganze Gilde der Business-Jet-Nutzenden zutreffen.

Der Wirtschaftsstandort Zürich kann bequem in einem Linienflugzeug erreicht werden – in der ersten Klasse oder der Businessklasse – sofern es sich von der Distanz her als angebracht zeigt.
Generell braucht es keine Business-Jets – ob der Weg mehr oder weniger direkt ist. BR Cassis hat es mit seiner Ausrede eben bewiesen.
Mit dem Fliegen eines Business-Jet entsteht leicht der Eindruck, dass Ego-Pflege statt Führen im Vordergrund steht. Das Zeitmanagement als Argument passt auch nicht. Siehe oben: BR Cassis…
Die Güte der Wirtschaftsführer, Bundesrats, etc. misst sich nicht am Business-Jet. Es sind andere Qualitäten gefragt, eine Firma oder ein Bundesamt zeitgemäss zu führen.

Und wie hiess es während der schon vergessenen Bankenkrise 2008 für einen Kader oder Gewöhnlichen: Ihr habt den günstigsten Flug zu nehmen – ist er mit einem Umweg verbunden, so habe ihr früher zu gehen…

Dann sind wir beim eigentlichen Thema des NZZ-Artikels. Dem Flugplatz Dübendorf. Der Marschhalt, der wegen behördlicher Schlamperei, so die NZZ, verordnet wurde, ist wohl eher, dass das BAZL das nicht genauer wissen wollte; resp. hoffte wohl, dass das Thema nicht zur Sprache komme.

Das Argument, dass nach den Linien- und Charterflügen die Business-Jets erst an dritter Stelle komme, ist so falsch, wie wenn Firmenwagen auf der Busspur Vorfahrt beanspruchen würden – wegen der Termine der chauffierten Manager…
Wie geschrieben, hat es in Linienflieger Plätze. Erst als Dritte an die Reihe zu kommen, ist sicher für einige CEO’s schwer zu ertragen. Allerdings würde es auch in Dübendorf Konflikte mit Kloten geben – nur wird das heute nicht erwähnt oder kleingeredet. Die NZZ könnte dann wieder schreiben, dass das BAZL geschlampt habe – und wegen deren Wichtigkeit die Business-Jets nun aber definitiv Vorrang vor Linien- und Charterflügen haben müssen…

Dass weltweit Business-Jet-Flugplätze neben grossen Flughäfen betrieben werden, wie das die NZZ ausführt, weisst eigentlich nur auf den Unfug der Sonderbehandlung hin. Die Frage muss heissen: Müssen wir jeden Mist kopieren damit wenige ein grosses Gebiet, das heute schon durch Flugemissionen belastet ist, noch mehr belasten – und neue Gebiete und deren Bewohner im Züri Oberland neu zusätzlich belasten?
Ein klares NEIN ist die einzig richtige Antwort!

Dass die vorhandenen, nicht geklärten Probleme nun durch BR Somaruga adressiert wurden, bringt die NZZ in Rage. Sich auf Zusagen des Bundes zu berufen, denen offensichtlich keine vollständigen Abklärungen vorausgegangen sind, ist geradezu absurd.
Zusagen, die offensichtlich zu schnell und unter falscher Prämisse gemacht wurden, dürfen, nein müssen überdacht und gar rückgängig gemacht werden.
Denn mit rein wirtschaftlichem Licht beleuchtet, wird die zukünftige Betreibergesellschaft wirtschaftlich scheitern. Mit 28’500 Flügen im Jahr, auch mit der Quersubvention durch das VBS, das unverständlich am verkleinerten Militärflugplatz festhält, ist das wirtschaftliche Scheitern schon geplant. Es dürfte dann wohl „grosszügiger Weise“ die FZAG einspringen und weiter betreiben.

Die Bemühungen der Anrainergemeinden, die ein eigenes, bevölkerungsverträglicheres Konzept entworfen haben, werden in der NZZ, ganz Fluglobby hörig, schlecht gemacht. Denn wer sich gegen den krankhaften Grössenwahn der Fluglobby stellt, muss mit deren Fluch rechnen.

Dann bemüht sich die NZZ noch, den Klimaschutz kleinzureden, und schwadroniert vom nachhaltigen Treibstoff. Gut wenn er dereinst kommt und das heute genutzte Kerosin ablöst – ist aber nicht die Lösung vor noch mehr nicht nötigen Lärmemissionen!

Auch der Vergleich der NZZ mit den bis 2005 startenden und landenden Militärjets ist pure Fluglobby-Polemik!
Wie bekannt ist, flogen die Militärjets zu Bürozeiten. Und ganz, ganz selten ausserhalb.

Und dann die bekannte Keule, wenn die Argumente der Fluglobby zu dünn sind: Die Arbeitsplätze – gleich Zehntausende sind gefährdet, wenn dem Ego einiger Wirtschafts- und anderer Führer neben ihrem Business- oder wie immer Jet noch der dazugehörige Flugplatz vom gemeinen Volk verwehrt würde.
Wie wir uns erinnern, waren die nicht direkt fähigen Manager der Swissair für die Vernichtung von über 10’000 Arbeitsplätzen verantwortlich.
Wenn, wie die NZZ suggeriert, Zehntausende Arbeitsplätze an einem Business-Jet hängen, ist es mit der Firma soweit her wie mit der gegroundeten Swissair – sie haben unterwegs die falschen Manager an Bord genommen.
Die NZZ macht sich doppelt lächerlich: Sich einerseits die Effizienz der Manager von Business-Jets abhängig zu machen und andererseits die Arbeitsplätze mit den Business-Jets und dem Flugplatz Dübendorf zu verknüpfen.

Das ständige Verknüpfen das wirtschaftliche Gedeihen des Kanton Zürich mit dem Flughafen/Flugplatz zu verknüpfen, entspricht nicht der Wahrheit – nur rund 10% der Flugreisenden sind geschäftlich unterwegs. Die suggerierte wirtschaftliche Abhängigkeit von der Fliegerei wird auch nicht wahrer, wenn die Fluglobby diese in Auftrag gegebenen (gekauften) Studien vorgelegt.
Es ist ein Faktum, dass die Intraplan, München immer zugunsten des Auftraggebers rechnet. Die vergangenen Studien zum Wachstum der Flugbewegungen mussten ständig nach unten korrigiert werden – waren also falsch.

Wir wünschen Ihnen erholsame, möglichst flugemissionsfreie Festtage und einen guten Start in das kommende Jahr.

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