Appell an die Vernunft der UREK-S

Da die von der UREK-S Kommission gewählte Flugticketabgabe keine genügende Wirkung haben wird – appellieren wir an die Vernunft der ständerätlichen Kommission, dieses Vorhaben zu korrigieren.

Effretikon 2. September 2019

Sehr geehrte Damen und Herren der UREK-S

Als Einwohner des Kantons Zürich begrüsse ich die von der ständerätlichen Kommission vorgeschlagene CO2-Steuer auf Flugreisen, wie sie andere europäische Länder schon länger kennen. Doch der vorgeschlagene Betrag wird leider wenig Wirkung zeigen und somit keinen positiven Effekt für das Klima haben. Die Gründe dafür liegen in der Ausgestaltung der von UREK-S vorgesehenen Flugticketabgabe. Für eine wirksame Flugticketabgabe braucht es zwei Komponenten: Klimaabgabe (Kompensation) UND eine Lenkungsabgabe (vollständige Rückverteilung an die Bevölkerung).

Aus unserer Sicht liegen die fundamentalen Fehler bei:

  1. Streckenprofile und Flugdistanzabhängigkeit – über 80% der Abflüge werden nur mit einer Klimaabgabe von CHF 30.- belastet, welche eine minimale Wirkung zeigt. Das heisst, ein nicht optimales Streckenprofil wurde angewendet (2’000km anstelle von 1’000km).
  2. Es fehlt eine zusätzliche Lenkungsabgabe – in einer Betragshöhe, welche deutlich über der Klimaabgabe steht (etwa 2/3 der Gesamtabgabe). Diese Einnahmen können zu 100% an die gesamte Bevölkerung rückerstattet werden oder auch prozentual für alternative Mobilitätslösungen für Distanzen bis 1’000km dienen.
  3. Abgabebefreiung der Transfer Passagiere (Umsteiger) – Es ist unverständlich, dass Transferpassagiere von der Abgabe ausgeschlossen werden. Die Abgabepflicht soll für ALLE von ZRH und GVE abfliegenden Passagiere gelten, d.h. auch Transfer Passagiere. Ein Drittel der ab ZRH verkehrenden Passagiere sind Umsteigepassagiere.

Auf der Seite von www.fair-in-air.ch finden Sie ausführliche Berechnungen und Empfehlungen, wie eine wirksame Lenkungssteuer aussehen könnte. Ich bitte Sie dringlichst, sich für eine wirkungsvolle Abgabe einzusetzen, die auch eine Lenkungswirkung auf den Flugverkehr hat und diesen Namen verdient. Eine Annahme des aktuellen Kommissionsvorschlages würde eine vernünftige Abgabe auf Jahre hinaus verzögern. Das darf nicht sein!

FAIR in AIR hat sich speziell mit der Version des Vereinigten Königreich der Ticketabgabe befasst. Dort wurden die Ansätze seit 1994 massiv gesteigert und es zeigt nun vermehrt Wirkung speziell auf den Freizeit- und Ferienflugstrecken.

Sind Sie auch der Meinung, dass es endlich eine wirkungsvolle Flugticketabgabe braucht? Unterschreiben Sie jetzt unseren Appell an die Zürcher Ständeräte Noser und Jositsch!

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